„Lesen und schreiben lernen“ bedeutete früher für Schüler*innen in NRW, dass alle nur eine verbundene Schreibschrift lernten:
Die Lateinische Ausgangsschrift, die auch Erstschrift war.
Im Laufe der Jahre hat sich dies jedoch geändert:
„Ausgangsschrift für das Lesen und Schreiben ist die Druckschrift.“
(Schulentwicklung NRW/Lehrpläne-Grundschule-Deutsch)
Danach ist es von der jeweils besuchten Schule abhängig, ob und welche verbundene Schreibschrift das Kind nach der Druckschrift lernt.
Die jeweilige Schule entscheidet, ob und welchen Schreiblehrgang sie zu einer der mittlerweile vier Schriften anbietet:
- Lateinische Ausgangsschrift
- Vereinfachte Ausgangsschrift
- Schulausgangsschrift
- Grundschrift
„Im Zuge der Verflüssigung des Schreibverlaufs und der individuellen Ausprägung der Schrift entwickeln alle Schülerinnen und Schüler aus der Druckschrift eine gut lesbare verbundene Handschrift.“
(Schulentwicklung NRW/Lehrpläne-Grundschule-Deutsch)
Die meisten Buchstaben der verschiedenen Schreibschriften lassen sich aus den Druck-buchstaben ableiten. Dies gelingt aber nur, wenn das Kind die Druckbuchstaben nicht irgendwie abmalt, sondern regel-und formgerecht schreibt, so dass die Ableitung auch gelingen kann.
Fakt ist jedoch, dass viele Schüler*innen bis zum Ende der Grundschulzeit aus den unterschiedlichsten Gründen keine gut lesbare verbundene Handschrift entwickelt haben.
Sie schreiben weiterhin eine wenig differenzierte und nicht form- und regelgerechte Druckschrift oder eine Mischung aus Druck- und Schreibschrift. Große Probleme bereiten ihnen u.a. Buchstabenverbindungen, Buchstaben mit Unterlängen, Wortabstände und das Einhalten der Lineatur.
- Bei einem Schulwechsel oder spätestens nach dem Übergang in die weiterführende Schule verstärken sich für die Schüler*innen, die noch keine lesbare verbundene Handschrift entwickelt haben, die Probleme, wenn sie mit den unterschiedlichsten Schriften ihrer Mitschüler*innen und Lehrer*innen konfrontiert werden, das geforderte Schreibtempo nicht halten können und ihre schlechte bis unleserliche Schrift kritisiert wird.
- Diese ständige Kritik kann dazu führen, dass die Schüler*innen nur ungern schreiben, schlimmstenfalls die Erledigung schriftlicher Aufgaben verweigern